Das große Suchen – mentale Abhängigkeit oder geistige Freiheit?

Meditation

Michelle Hunziker schreibt in ihrem brandneuen Buch EIN SCHEINBAR PERFEKTES LEBEN über ihre leidvollen Erlebnisse, während der Zeit in einer Sekte und wie sie sich wieder herausgekämpft hat. Sehr ehrlich schildert sie den Prozess, einer langsam einschleichenden emotionalen Abhängigkeit gegenüber einer bestimmten Person, ihrer Meisterin. Ungeschminkt und ohne Schuldzuweisung gibt sie auch zu, dass nur ihr damaliger innerer seelischer Zustand so etwas erst ermöglicht hat.

Mich hat dieses Buch tief berührt und an manchen Stellen auch an meine eigene Geschichte auf der Suche nach spiritueller Weisheit erinnert. Wie leicht wollen wir unsere eigene Verantwortung auslagern und hoffen, dass man uns sagt, wo es lang geht. Sobald wir aus Bequemlichkeit oder sonstigen Gründen unsere Autorität an eine andere Person übertragen, wird es zu einer Enttäuschung kommen müssen. Zwangsläufig. Nicht nur beim “Guru”!

Wer seine Verantwortung auslagert wird immer enttäuscht

Dass das selbst unter Promis kein Einzelfall ist, zeigt auch Gitta Saxx in ihrer Autobiografie DIE KURVEN MEINES LEBENS. Wer dem falschen Menschen vertraut, kann nicht nur seelischen, sondern oft auch einen finanziellen Schaden nehmen. Bei Gitta waren es laut Medienberichten fast 200.000,- Euro Schulden, die sie als gut verdienendes Model hatte, nachdem sie sich von ihrem Beeinflusser trennte.

Trotzdem, behaupte ich, haben diese beiden Frauen gerade durch eine solche harte Erfahrung enorm an Weisheit gewonnen und sie zu ihrer heutigen größeren Erkenntnis gebracht. Dafür war es gedacht! Wenn auch schmerzhaft und teuer.

Merkmale, die zu einer abhängigen Beziehung führen können

Die Offenheit, in der die beiden Frauen über ihren eigenen seelischen Zustand geschrieben haben, zeigt, dass jede Abhängigkeitsbeziehung einen Nährboden braucht. Andernfalls könnte eine so starke Unterdrückung überhaupt nicht stattfinden. Denn ja, es gibt Charaktereigenschaften und Lebensumstände, die zu einer Hörigkeit mit einem anderen Menschen führen können. Schaue dir die unten aufgeführte Liste möglichst offen und ehrlich an. Denn das ist der eigentliche Grund, warum man für Manipulationen durch andere (egal wer) anfällig sein kann.

  • du hast schwierige emotionale Verhältnisse, bist orientierungslos und ohne fundiertem Wertesystem
  • du fühlst dich alleine gelassen, ungeliebt, verraten und enttäuscht
  • du nimmst nicht gern Entscheidungen für dein Leben und überlässt lieber anderen die Verantwortung und auch die Schuld, wenn etwas schief geht
  • du bist unsicher, labil und dein Selbstwertgefühl liegt im Keller
  • du kannst keine Grenzen setzen und bekommst schnell ein schlechtes Gewissen
  • du bist vertrauensselig und zu schnell begeisterungsfähig
  • du ignorierst deine Intuition und begibst dich in Situationen, in denen “etwas nicht stimmt”

Es müssen nicht alle Punkte zutreffen, aber jeder kennt sie oder hat sie schon mal erlebt. Dramatisch werden diese Merkmale vor allem in Kombination mit einer Lebenskrise. Dann ist der Mensch besonders beeinflussbar und eine ungesunde Bindung kann sich ganz langsam unmerklich einschleichen.

Ist der Schüler bereit – erscheint der Lehrer

Es ist wichtig zu wissen, dass die Sehnsucht nach spirituellem Wachstum viele Facetten hat und ein Lehrer nur erscheinen kann, weil wir ihn durch unseren Wunsch nach einem besseren Leben eingeladen haben. Nichts geschieht zufällig. So unverständlich das vielleicht klingen mag: Wir treffen immer den “richtigen” Lehrer… so lange, bis wir wie in dem Zitat, welches Michelle in ihr Vorwort aufgenommen hat, erkennen:

Jeder Guru ist eine Falle. Jeder Führer ist ein Tyrann. Jeder Meister verunsichert. […] Wären wir im Einklang mit unserem tiefsten Herzen, dem wahren Ort unseres Geistes, dann würden wir keinen Führer akzeptieren, keinen Meister, keinen Guru. Wir wären unabhängig. Wach. Auf der Hut. Autonom, keine Automaten. Du bist der Meister. Du hast in dir alles, was du brauchst.

Jiddu Krishnamurti

Wären wir im Einklang mit unserem tiefsten Herzen…

Nur, so einfach wie sich dieser Satz liest, ist es leider nicht. Denn genau dieser Einklang mit unserem tiefsten Herzen, unserem wahren Selbst, mit unserer eigenen Integirät, kann ein langer Prozess und vielleicht auch ein steiniger Weg sein. Und genau dafür gibt es Lehrer, Meister, Gurus, Helfer, Trainer, Therapeuten, Berater, Coachs, wie immer man eine solche Person bezeichnen mag. Das muss nicht zwangsläufig negativ sein.

Um die Spreu vom Weizen zu trennen braucht man Erfahrung, die kaum ein Anfänger auf diesem Gebiet hat. Es ist ein sehr heikles Thema, weil jeder Mensch für eine Täuschung anfällig ist. Trotzdem gibt es viele aufrichtige Menschen, die ihr eigenes Leben einem spirituellem Wachstum geweiht haben und ihr Wissen auch anderen zur Verfügung stellen. Ich bin glücklicherweise so einem integeren Menschen im gleichen jungen Alter wie Michelle damals begegnet und darüber bin ich noch heute aufrichtig dankbar.

Dieser Mensch hat mich in den letzten 31 Jahren persönlich belehrt und mir das innere Tor zu dauerhafter Gesundheit und echtem Erfolg aufgestoßen. Mit der praktischen Anwendung des vermittelten Wissens kann ich durch die kreative Lebensenergie alles in meinem Leben gestalten, was ich will – beruflich und privat.

Ich bin mir aber immer bewusst, dass kein Mensch ohne Fehler ist. Gerade wenn wir so eine intensive Vertrauensbeziehung zu einem Mentor aufbauen, müssen wir immer wachsam bleiben und ab und zu die Qualität überprüfen.

  • Lebt er das, was er vermittelt selbst?
  • Führt er dich in Liebe und Achtung zu höheren Erkenntnissen, so dass du dein Herz freiwillig einer höheren Kraft – deinem wahren Selbst – öffnen kannst?
  • Ist sein alltägliches Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen integer?

Wenn die Prüfung erfolgreich war, ist es ratsam nicht immer alles “verstehen” zu wollen, was dir vermittelt wird. Ein spiritueller Lehrer wäre kein spiritueller Lehrer, wenn er die Dinge nicht von einer höheren, eben einer spirituellen, Warte sehen würde. Leider kann unser Verstand diese geistigen Weisungen nicht immer nachvollziehen. ABER:

An den Früchten werdet ihr sie erkennen

Offenheit und Toleranz seinem Lehrer und sich selbst gegenüber sind nötig. Je mehr wir innerlich ab und zu mal auf Distanz gehen, umso größer ist die Chance von dieser Beziehung zu lernen. Mit anderen Worten: Wir müssen innerlich frei bleiben. Nur an den Resultaten in unserem Leben sehen wir, ob uns diese Beratung gut tut. Der Input, das Wissen, soll uns helfen unser eigenes Leben nach den spirituellen Gesetzen leben zu können.

Vergiss nicht: Du hast immer eine Wahl

Du bist und bleibst mit und ohne spirituellem Lehrer ein göttlich-geistiges Geschöpf mit einem freien Willen, welches entsprechend seiner inneren Qualität entsprechende Erfahrung in diesem Leben produziert. Du bist frei zu wählen. Bleibe in der Liebe, in der Integrität, in der Treue zu dir, in deiner Mitte, in der Wahrheit und suche dir Menschen, die dich darin unterstützen und fördern.

P.S. Meine Erfahrungen auf meinem eigenen spirituellen Weg habe ich in diese beiden Bücher DENKMUSTER BESTIMMEN DEIN LEBEN und DEIN GLÜCK BIST DU gepackt. Beide werden dir helfen eine klare Richtung finden zu können.

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