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Glücksjunkie – Treibt uns die Jagd nach Glücksgefühlen ins Unglück?

aufgerollte grüne Schlange ruht auf einem Ast

Wir sind alle mit einem Ur-Programm auf die Welt gekommen!

Du willst dich gut fühlen, du willst glücklich sein. Jeder ist ein Glücksjunkee. Aber für jeden bedeutet glücklich sein etwas anderes. Was der Mensch zum Wohlfühlen braucht ist so individuell, wie er selbst. Dabei liegt hinter allem Suchen ein unbewusster “Glücks-Mechanismus” verborgen. Um die wirkliche Ursache des Glücks oder auch Unglücks in unserem Leben zu kennen müssen wir folgendes wissen:

Schmerzen vermeiden – Wohlbefinden steigern

Seit Anbeginn ist das die Überlebensstrategie eines jeden körperlichen Lebewesens. Egal, was wir erleben, ein Teil unseres Gehirns wertet alle Sinneseindrücke aus und teilt sie in Flucht, Kampf oder mehr äußeres HABEN WOLLEN vom Guten ein. Kommt das Gehirn zu dem Ergebnis, dass das was wir gerade erfahren unser Wohlbefinden steigert, dann sendet es Hormone (u.a. Dopamin und Endorphin) aus. Diese Botenstoffe lösen in unserem Körper die guten Gefühle bis zur drogenähnlichen Ekstase aus. Grundsätzlich ist das kein Problem, denn wenn uns das interne Chemielabor nicht für ein gewisses Verhalten mit Glückshormonen belohnen würde, hätten wir Menschen überhaupt keine Lust uns fortzupflanzen.

Daneben gibt es unzählige individuelle Belohnungsauslöser, die das Leben angenehm machen, Freude bereiten und jeden von uns das Leben genießen lassen. Das Glas Wein am Wochenende auf der Grillparty ist nicht das Thema. Wenn es aber jeden Abend mehrere Gläser sind, um abschalten zu können oder weil es einfach so lecker ist, dann verschieben sich die Kräfte und wir nennen das Sucht. An dieser Stellte beginnt der emotionale Teufelskreis. Solange der Mensch nicht gelernt hat, dass er in sich ein tiefes seelisches Glück empfinden kann, greift er auf äußere Stimulanzen zu. Eine Art Ersatzbefriedigung.

Nimmt der Mensch härtere Drogen zu sich, kürzt er seinen Weg zum Glück auf die allerschnellste Weise ab. Diese Substanzen gehen weit über das gesunde Maß der körpereignen Glückshormonproduktion hinaus. Da kann die eigene Produktion nicht mithalten. Wenn der Kick ausbleibt, sendet das System VERLANGEN ins Hirn, damit für Nachschub gesorgt wird. Der Mensch wird angetrieben immer mehr von den externen Stimulanzen zu sich zu nehmen. Höher, schneller, breiter, weiter …

Im Labor wurde mit Ratten getestet, wie stark bestimmte Stoffe Glücksgefühle hervorrufen und diese wurden dann in (Glücks-) Einheiten umgesetzt. Man spricht bei Heroin von 1100 und bei gutem Essen von 50 Einheiten „Glück“.

Von der menschlichen Suche nach Belohnung oder Befriedigung haben sich inzwischen aber auch ganz neue Industriezweige entwickelt, die aus diesem Bedürfnis hemmungslos Kapital schlagen. Warum sitzen so viele Jugendliche vor dem Computer und zocken? Weil raffiniert programmierte Spiele im Gehirn eine bestimmte Art von Glücksgefühl auslösen. Das Gleiche kann man auch der Pornoindustrie zuschreiben. Hemmungslos wird der Urtrieb nach Glück bewusst durch raffinierte Werbung stimuliert und dann ausgeschlachtet. Das Gehirn muss immer mehr Hormone produzieren, damit das Gefühl nach Glück gestillt wird. Der primitive Teil des Gehirns kann dabei nicht unterscheiden, ob es damit den Rest des Menschen, also seinem Organismus, schadet.

Wie entsteht Sucht?

Ein US-amerikanischer Hirnforscher, Paul MacLean, bietet bereits seit 1960 mit seiner „Truine Brain Theory“ (Dreieinige Gehirn Theorie) ein einfaches Modell zur Erklärung dieses Phänomens an. Das menschliche Gehirn besteht, laut Paul MacLean, aus drei miteinander kommunizierenden aber auch konkurrierenden Gehirnorganen.

  • (1) Großhirn = analytisches Denken
  • (2) Stammhirn = Überlebensmechanismus (Raubtier)
  • (3) Limbisches System = Welt der Emotionen

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Die drei Gehirnbereiche

 

Das Großhirn (1) teilt sich in eine linke (männliche = logisches Denken + kritische Vernunft) und eine rechte (weibliche = Intuition) Hirnhälfte. Es ist das jüngste Hirn im Menschen und für das analytische Denken zuständig. Im Frontalhirnlappen des Großhirns sitzt der Teil des Denkorganes, der analytisch bewerten kann.

Zwischen den Großhirnhälften sitzt das Stammhirn (2). Es ist der älteste Teil des menschlichen Gehirns. Ein Stammhirn besitzen alle Wirbeltiere seit Millionen von Jahren. Es wird auch als Reptiliengehirn bezeichnet, da es bei niederen Wirbeltieren, wie zum Beispiel einem Krokodil oder einer Schlange, fast das gesamte Gehirn ausmacht.

Das Reptiliengehirn ist ohne Emotionen ausschließlich für das primitive Überleben des Individuums zuständig. Es erhält den Körper durch das vegetative Nervensystem, welches durch das Rückenmark in alle Körperregion läuft, am Leben. Auch dann, wenn der Mensch bewusstlos ist. Herztätigkeit, Atmung und alle wichtigen Funktionen bleiben dank ihm aktiv. Es sortiert die Reize der Umwelt, die durch die 5 Sinne wahrgenommen werden aus und leitet Impulse an das limbische System (3) weiter. Bei Stress übernimmt dieses Hirn die Führung. Kampf oder Flucht? Das Stammhirn entscheidet!

Das limbische System (3) steht mit allen Hirnen in Kontakt und umsäumt (lat. Limbus = Saum) das Stammhirn. Im limbischen System werden die externen Sinneseindrücke verarbeitet. Hier befindet sich das interne Chemielabor und hier wird die Produktion der „Glückshormone“ (u.a. Dopamin und Endorphin) gesteuert, welche wiederum die guten körperlichen Gefühle auslösen. Als emotionales Gehirn ist es für Freude und Lust zuständig.

Gibt es einen Weg, nicht in die Glücks-Falle zu steigen?

Aufklärung, Aufklärung und Aufklärung – und der dringende Apell an jeden nicht mal NUR Probieren oder aus Jux damit anfangen. Denn keiner weiß wirklich, wie sein internes System auf diese künstlich gepuschten Hochgefühle reagiert. Von 1000 Suchtpatienten wird nur EINER nicht mehr rückfällig. Das ist eine dramatische Quote von 1:1000! Die chemische Veränderung bzw. die Glücks-Messlatte im Gehirn bleibt ein Leben lang gespeichert. Egal ob es harte Drogen sind oder Pornos.

In jedem von uns sollte jetzt eine sehr kritische Stimme hellwach geworden sein.

Wer oder was treibt mich an ein Bier zu trinken oder die Zigarette rauchen zu müssen? Welche Gefühle steigen in mir auf? Wer braucht hier schon wieder Glückseinheiten? Welche seelische Unzufriedenheit treibt mich zur Ersatzhandlung?

Durch aufklärende Information und neutrales Beobachten sind wir in der Lage die unkontrollierte Jagd nach Glück in uns zu erkennen und zu bändigen. Wenn sich das primitive Raubtier in Form von Gedanken oder Impulsen in uns beobachtet fühlt, ist sein Bann gebrochen. Das gewohnheitsmäßige Programm gerät ins Stocken. Der Frontalhirnlappen vom Großhirn ist jetzt eingeschaltet worden! Diese Hirnregion versteht sich als eine Art Mittler zwischen Gefühl und Verstand. Hier werden die Gefühle, die im limbischen System entstehen mit den rationalen Erwägungen der Großhirnrinde verknüpft. Analytisches Denken und Logik durchleuchten die Impulse der aufsteigenden Emotionen. Für die Verarbeitung der Gefühle ist der rechte Frontallappen im Großhirn zuständig. Körper und Geist arbeiten eng zusammen.

In meinem neuen Buch Denkmuster bestimmen dein Leben (auch als ebook) stelle ich eine einfache Methode vor, wie du deine automatischen Programme erkennen und ändern kannst. Vor allem, wie du wieder deine echten tiefen seelischen Bedürfnisse finden und leben kannst.

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Je besser du deine automatischen Abläufe in dir erkennst, desto freier kannst du dein Handeln bestimmen. Du sitzt dann nicht mehr wie die Maus vor der Schlange und wartest, bis dich die Emotionen verschlingen.

Hier auch ein sehr hilfreicher Artikel von der Zeit wie du ungeliebte Verhaltensmuster wieder ändern kannst.

Solltest du meine Bücher bereits kennen, dann würde ich mich sehr über deine Meinung freuen. Auch bei Fragen stehe ich dir unten in den Kommentaren gern zur Verfügung.

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